Beiträge

Die Essensfälscher

Liebe Leserinnen und Leser!

An der Lebensmittelindustrie kommt niemand vorbei. Wir alle müssen essen, mehr oder weniger. Und wenn wir uns selbst in einem Kraftakt freigemacht haben von dem Müll, denn uns die Weltmarktführer wie Nestlé oder Kraft Food so aufdrängen, dann müssen wir zumindest hie und da klein beigeben, wenn wir Kindern haben. Denn denen würde eine orthodoxe Ernährungshaltung wohl kaum schmecken. Wir würden vermutlich das Gegenteil dessen erreichen, was wir wollen: Unsere Kinder zu einer gesunden Ernährungsweise zu erziehen, ihnen einen Geschmack vermitteln jenseits von Glutamat und Zuckerbomben. Aber das können wir uns abschminken. Ab und an an werden wir klein beigeben müssen, um nicht als Dogmatiker im Gedächtnis unserer Kinder hängen zu bleiben. Well done, Nestlé und Mitbewerber! Und die Politik? Spielt mit, und zwar nach den Regeln der Lobby. Was da Filz zwischen Wirtschaft und Politik auf dem Rücken von uns Verbrauchern gespielt wird, ist Lichtjahre entfernt von einer Wirtschaft, die von Menschen für Menschen gemacht wird. Von ja, für – definitiv nein. Bestenfalls für die Menschen, die als Shareholder möglichst schnelles Wachstum von den Lebensmittelgiganten fordern. Thilo Bode klärt auf. Jeder der Kinder hat und jeder, der sich selbst nicht mit Chemiemüll versauen will, sollte dieses Buch lesen.

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Das Ende des Managements

Liebe Leserinnen und Leser!

2007 erschien das Original dieses Buches unter dem englischen Titel „The Future of Management“. Offensichtlich wurde in der deutschen Übersetzung aus der Zukunft kurzerhand das Ende. Ich erinnere mich noch, das ich dies anfänglich ziemlich sonderbar fand. Ist es doch eine gänzlich andere Bedeutung. Heute sehe ich das anders. Die Übersetzung wird dem Problem und der Lösung eher gerecht. Denn der Begriff „Management“ ist zutiefst geprägt, imprägniert und verseucht durch Vorannahmen und Vorgehensweisen, die für eine menschliche und damit erfolgreichere Wirtschaft keinen Sinn machen. Woher der Begriff genau stammt, ist umstritten. Eine mögliche Wortherkunft stammt aus dem lateinischen „manus agere“: an der Hand nehmen und Führen. Das machen wir zurecht mit unseren Kindern, sollten es aber unseren Mitarbeitern gegenüber unterlassen. Doch bis heute wird genau das immer noch häufig praktiziert: Eine Arbeitsbeziehung, in der einer oben und die andere unten ist; in der Verantwortung entzogen und angewiesen wird, teilweise bis hin zur Schreibtischordnung. Deshalb ist der deutsche Titel zutreffender für die radikalen Änderungen, die Gary Hamel vorschlägt und an Hand erfolgreicher Unternehmensbeispiele ausführlich illustriert. Auch wenn wir dafür noch keinen neuen, inspirierenden Begriff haben. Aber dieses Vakuum fördert die Kreativität und einen visionären Blick über das Althergebrachte hinaus.

Kopf schlägt Kapital

Liebe Leserinnen und Leser!

Ja, schon wieder ein Gründerbuch. Günter Faltin bricht eine Lanze für mehr intelligentes Gründertum. Denn das hat neben dem möglichen Erfolg der neugegründeten Unternehmen auch wichtige Auswirkungen für die Gesamtwirtschaft. Wenn mehr Menschen ihr wirtschaftliches und berufliches Schicksal selbst in die Hände nehmen, führt dies zu mehr gelebter Eigenverantwortung. Womit wir einen Schritt auf dem Weg zu einer demokratischeren Wirtschaft vorankommen können. Neben dem großen Ganzen gibt es noch weitere wichtige Aspekte, warum ich mich entschieden habe, Faltins Buch hier zu empfehlen. Allerdings gab es eine Sichtweise, die mir derartige Bauchschmerzen bereitet hat, dass ich es beinahe gelassen hätte. Der findige Professor und erfolgreiche Unternehmer ist nämlich in einer Sache mächtig blind auf einem Auge, oder besser gesagt: Ist bis zum Anschlag gefangen in althergebrachten Denkmodellen…

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Coopetition

Liebe Leserin, lieber Leser!

Ein Messer ist ein Messer ist ein Messer. Man kann damit Gemüse schneiden, eine Figur schnitzen, ein Paket öffnen. Oder jemanden umbringen. Das Instrument an sich ist wertfrei (von Schusswaffen abgesehen, deren Zweck im Allgemeinen nicht darin besteht, ein Ragout umzurühren). Daran musste ich mich nach den ersten Seiten dieses Buches erinnern, denn fast hätte ich es mittelprächtig erzürnt nicht zu Ende gelesen wieder in meinen Bücherregalen verschwinden lassen:
Die beiden Autoren bringen bereits am Anfang ein Beispiel für „Komplementäre“ (dazu gleich mehr), dass mir übel aufstieß: Intel will möglichst viele seiner Computerchips (CPUs) verkaufen. Deshalb gilt: „Wenn Softwareanwendungen nicht an die Leistungsgrenzen existierender Mikroprozessoren-Chips stoßen, muss Grove (der ehemalige CEO von Intel, AZ) etwas finden, das dies schafft. Sonst spüren seine Kunden nicht die ständige Notwendigkeit, ihre Ausrüstung auf einen höheren Stand zu bringen.“ (S. 38). Die beiden Autoren berichten dann weiter, auf welch schlauem Wege genau dies Intel gelungen ist – ohne auch nur eine Sekunde zu hinterfragen, ob wir tatsächlich alle paar Jahre wieder unbedingt neue Computer brauchen? Und vor allem: Welche unsägliche Ressourcenverschwendung das bedeutet, wohin all der giftige Elektroschrott verschwindet und unter welchen Bedingungen unsere technischen Errungenschaften produziert werden. Die Spieltheorie wurde gleich zu Beginn zu einem Werkzeug kranken Wirtschaftens. Aber irgend etwas ließ mich weiterlesen.

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Erfolg ohne Chef

Liebe Leserin, lieber Leser!

Er ist einer, der sich was traut. Einer der Mut hat. Und kein Blatt vor den Mund nimmt. Gernot Pflüger, Inhaber und Geschäftsführer der CPP Studios Event GmbH, hat 2009 mit einer frisch-frechen Schreibe die Erfolgsgeschichte seines Unternehmens veröffentlicht. Seit dem gibt es neben den üblichen Verdächtigen Fallbeispielen radikaler Managementinnovationen wie Semco, Svenska Handelsbanken oder dm Drogeriemarkt endlich eine weitere, sogar deutsche Fallgeschichte.

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