Welzer 2012 - Selber denken

Selbst Denken

Liebe Leserinnen und Leser!

Ich habe eine ungebührlich lange Weile gebraucht, um dieses Buch zu bemerken und zu lesen. Harald Welzer – ja schon mal gehört, sogar schon mal auf einer Bühne gemeinsam gestanden und tatsächlich wieder vergessen. Unsäglich, ich empfehle mich definitiv nicht als Vorbild. Zum Glück bin ich als Redner und Workshopleiter zu einer Veranstaltung für Bankvorstände im März 2015 eingeladen worden. Und wer gehört zu den weiteren Referenten? Genau. Also wollte ich wissen, mit wem ich da auf derselben Veranstaltung über Zukunftsgestaltung einen Beitrag leiste. Auf diesem Umweg bin ich bei seinem Bestseller “Selbst denken” gelandet. Endlich. Das hätte sich definitiv schon früher gelohnt. Es freut mich, dass sich dieses Buch so gut verkauft. Denn das gibt Anlass zur Hoffnung, dass wir vielleicht doch eines Tages selbst denken und nicht jeden Marketingfurz gierig als neuesten Duft bis in den letzten Winkel unserer Lunge einsaugen.

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Otto Moralverbraucher

Liebe Leserinnen und Leser!

Wer unsere Wirtschaft kritisch wahrnimmt, erkennt schnell, dass vieles äußerst fragwürdig ist: Konzerne produzieren häufig oder meist billig auf Kosten der Gemeinschaft. ArbeiterInnen, zumeist in Fernost, werden mit Billigstlöhnen ausgebeutet und müssen unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen arbeiten. Abfälle, Abwässer, Luftverschmutzung, Rodungen und dergleichen mehr werden der Gemeinschaft als externe Kosten aufgebürdet und fließen nicht in die Verpreisung ein. Da wünscht man und Frau sich einerseits eine strengere Gesetzgebung, denn es dürfte recht blauäugig sein, zu hoffen, dass die Konzerne, deren Credo der gewinnmaximierende Shareholder-Value ist, freiwillig umsteuern. Leider spielen die Konzerne jedoch virtuos auf der Klaviatur des Lobbyismus und schreiben häufig die Gesetzgebung gleich selbst durch ihre Anwaltskanzleien. Auf rechtlich Regulation zu warten, ist also nicht so ganz überzeugend. Aber wir Verbraucher sind doch längst nicht mehr nur einzelne Konsumenten, sondern können uns – angeblich – dank Web 2.0 schnell selbst organisieren und so konsumkritisch handeln. Soweit die Theorie. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Was bringt kritischer und engagierter Konsum wirklich?

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Sukhdev - Corporation 2020

Corporation 2020

Liebe Leserinnen und Leser!

Dieses Buch ist nicht einfach ein Buch. Es hat nur auf der Titelseite einen Autoren. Dahinter steckt ein Team, eine Kampagne und ein Institut. Mindestens. Das macht klar, wie es zu der Recherchetiefe kommt und der beinahe überwältigenden Informationsdichte. Der nominelle Autor Pavan Sukhdev leitete die Green Economy Initiative der UN Umweltorganisation UNEP und war maßgeblich an der TEEB-Studie (The Econonomics of Ecosystems and Biodiversity) “zur Erfassung des ökonomischen Werts von Natur und Ökosystemen” beteiligt. Als Mitarbeiter der Deutschen Bank hat er sich eine Auszeit genommen, um dieses Buch zu schreiben – nachdem er von zwei Freunden davon überzeugt wurde, es als konsequenten Schritt aus der TEEB-Studie anzugehen. Das Ergebnis ist zweifelsfrei ein wichtiger Meilenstein für einen Wirtschaftswandel hin zu einer menschlichen Wirtschaft, die eine weitreichende öko-soziale Nachhaltigkeit realisiert, fernab jeglichen Greenwashings. In den Worten und der Logik Sukhdevs ist dies die Transformation von der Corporation 1920 zur Corporation 2020.

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Haupt- und Nebenwirkungen

Liebe Leserinnen und Leser!

Der Verlag Antje Kunstmann hat wieder einen Volltreffer gelandet. Die Auslieferung von “Haupt- und Nebenwirkungen. Zur Katastrophe des Gesundheits- und Sozialsystems” hat begonnen. Als ich in der Vorschau die Ankündigung gelesen hatte, ahnte ich Böses. Und es wurde bei weitem übertroffen. Was Gabriele Goettle für die Erstellung ihres Buches zu Tage födert, geht uns fast alle an. Die hingegen, die so ca. über € 1.000.000,- jährlich netto verdienen, müssen das Buch wohl eher fürchten. Denn kurz gesagt, gewissermaßen als höchstmögliche Verdichtung, lautet eine Botschaft des Buches: Wenn wir als Gesellschaft nicht Gefahr laufen wollen, an dem weiter auseinander klaffenden Spagat aus Arm und Reich zu zerreißen, dann müssen wir beginnen, Gelder wieder zurück zu verteilen (keineswegs “umzuverteilen”). Wir reden dabei über Summen, die ich mir nicht im entferntesten vorgestellt habe. Und das als jemand, der Dank all der hier vorgestellten Bücher mittlerweile kapiert hat, dass einiges gewaltig schief läuft. Die Gute Nachricht in all dem Schlamassel: Selbst so lange gepflegte und mit gewaltigem Aufwand inszenierte Phänomene wie der Demographische Wandel sind Konstruktionen, die nur wenig mit unserer tatsächlichen Wirklichkeit zu tun haben.

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Bosbach & Korff 2012 - Lügen mit Zahlen

Lügen mit Zahlen

Liebe Leserinnen und Leser!

In unserer Betriebs- und Volkswirtschaft wimmelt es nur so von Zahlen. Sie sind der Beweis, dass wir es mit wissenschaftlich fundierten Methoden zu tun haben, alles streng logisch und durch und durch rational, bar jeden Zweifels. Wer souverän mit Zahlen, Daten und Fakten argumentiert, komplexe Statistiken zu Rate zieht oder präsentiert, zählt zu den Top-Performern. Also habe ich mir umgehend “Lügen mit Zahlen” bestellt und es gelesen. Ja, klar, wir alle kennen den Spruch: Trau keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast. Und doch gibt es auch für kritische Zeitgeister immer noch Manipulationsfallen, in die man schnell getappt ist.

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