Beiträge

The Innovator’s Dilemma

Folgende Begebenheit aus der Geschichte bahnbrechender Innovationen ist einigermaßen bekannt: Früher, bevor die Bequemlichkeit bei uns allen Einzug gehalten hat, wurde Eis im Winter aus Seen und Flüssen herausgebrochen und zu Kühlzwecken in Kellern eingelagert. Allerdings war klar, dass es nicht gerade besonders praktisch ist, immer nur im Winter neues Eis „produzieren“ zu können und das auch noch mit diversen Verschmutzungen. So wurden die Eisernter mit der Zeit durch Eisfabriken abgelöst, in denen in zunehmend perfekteren Maße eine von der Jahreszeit und geografischen Lage unabhängige Eisproduktion gelang. Heute wissen wir, dass der Fortschritt hier nicht halt machte. Denn so richtig praktisch waren die Eisfabriken immer noch nicht, schließlich musste das Produkt noch relativ aufwändig distribuiert werden. Die dritte Stufe der Entwicklung waren die uns heute bekannte Kühlschränke, anfänglich natürlich noch mit anderer Technologie als heute. Das Spannende dabei: Keine der Folgestufen ging aus der Vorgängerstufe hervor. Anders herum: Weder einer der Eisernter noch eine der Eisfabriken waren in der Lage, die nächste bahnbrechende Innovation zu verwirklichen. Und das liegt nicht nur, wie ich bisher dachte, an der Erfahrungsfalle …

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Lean Startup

Liebe Leserinnen und Leser!

Vor kurzem erhielt ich von Heiko Bartlog den Buchtipp zu Lean Startup. Der Anfang haute mich nicht unbedingt aus den Socken, denn eine der zentralen Ideen des Buches, die Bauen – Testen – Lernen – Feedbackschleife erinnerte mich sehr an die TOTE-Schleife: Test – Operate – Test – Exit. Und Heiko musste dabei an den PDCA (Plan – Do – Check – Act) und DMAIC-Zyklus (Define – Measure – Analyse – Improve – Control) denken. Kurzum: Die so wichtige Lernschleife ist definitiv nichts Neues. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Ich finde es schwach, dass die im Buch präsentierte Schleife erst am Ende des Buches und dann auch nur äußerst rudimentär in die Tradition der bereits vorhandenen Feedback Mechanismen eingebunden wird. Da entsteht viel zu sehr das Bild einer neuen Eigenleistung. Nichtsdestotrotz lohnt das Buch, denn es gibt einige Anregungen, die wertvoll für alle sind, die sich in irgendeiner Form mit dem Thema Innovation beschäftigten. Besonders deshalb, weil es kein theoretischen Reden über ist, sondern häufig Leid geprüfte Startup-Erfahrungen des Autors sind. Da stellt sich niemand auf den Sockel übermenschlicher Erfolge.

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Schwarmintelligenz in Unternehmen

Liebe Leserinnen und Leser!

Bislang ist dies das Buch, bei dem ich am längsten überlegt habe, ob ich es rezensiere. Es war ein bewegtes Hin und Her: Erst Begeisterung, dann ein „das darf doch jetzt nicht wahr sein“, Seiten später wieder das Gefühl von „es lohnt sich doch“, gefolgt von „Nein, ich lass es besser“ um letztendlich bei einem „na gut, irgendwie hat es lohnende Seiten“ zu landen. Ihr seht: Dieses Buch, beziehungsweise sein Autor Jochen May bietet Stoff für auseinandergehende Meinungen. Was ja von einer höheren Warte aus gesehen wieder gut ist.

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Business Model Generation

Liebe Leserin, lieber Leser!

Hier schreibe ich und kann nicht anders: Nach dem letzten Methodenbuch gleich noch eins. Ähnlich wie bei →“Coopetition“ von Brandenburger und Nalebuff haben Osterwalder, Pigneur und die 470 MitautorInnen viele der gängigen Werte, Grundannahmen und Verhaltensweisen unserer heutigen Wirtschaft unhinterfragt übernommen. Aber sie haben einen mächtigen Werkzeugkasten entwickelt, der auch jedem echten Visionär, Spielveränderer und Herausforderer eine große Hilfe bei der Entwicklung seines Geschäftsmodells sein kann. Nicht nur all den Hobbyvisionären, die Innovation höchstens bis zum Geschäftsmodell vorantreiben, das Managementsystem aber schön so belassen wie wir es seit über hundert Jahren von Frederick Taylors mitarbeiterverachtenden Gorillametapher¹ kennen.

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Gefährliche Ideen

Liebe Leserin, lieber Leser!

Als ich beim Campus Verlag neulich auf der Homepage surfte, um die Presseabteilung zu finden, stolperte ich über das witzige Cover von Alf Rehns neuem Buch. Die Glühbirnen-Handgranate hat sich gleich in mein Gedächtnis gebrannt und vor allem: mein Interesse geweckt an einem Thema, dass mir naheliegt: Ungehemmtes Denken und der Bruch mit alten Bezugssystemen.

Rehn 2012 - Gefährliche Ideen
Das Cover ist originell, gell?

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