Beiträge

Sommer & Welzer 2014 - Transformationsdesign

Transformationsdesign

Liebe Leserinnen und Leser!

Nun ist es soweit: Nach dem letzten rundum verdienten Bestseller →”Selbst denken” von Harald Welzer liegt nun endlich sein neues Buch vor, gemeinsam mit Bernd Sommer verfasst, Leiter des Forschungsbereichs Klima, Kultur & Nachhaltigkeit am Flensburger Norbert Elias Center. In diesem Buch haben die beiden Autoren das niedergeschrieben, was zumindest Harald Welzer schon seit einiger Zeit bei Vorträgen immer wieder thematisiert und was auch schon in “Selbst denken” anklang: Wie sieht ein Transformationsdesign für eine zukunftsfähige – menschliche – Moderne aus? Die Autoren verdeutlichen schnell anhand zweier großer historischer Veränderungs- oder gar Verwandlungsprozesse der Menschheit, wie bisherige weitreichende gesellschaftliche Transformationen verlaufen sind. Was wiederum schnell klar macht, warum wir seit rund 40 Jahren einen enormen Bewusstseinswandel hinsichtlich ökologisch-nachhaltiger Themen beobachten können, aber keine damit verbundenen ebenso konsequenten Verhaltens- und Gesellschaftsveränderungen. Sommer und Welzer arbeiten einen fundamentalen Sachverhalt als Bedingung gelingenden Wandels heraus, der noch viel Staub aufwirbeln wird. Früher oder später.

Sommer & Welzer 2014 - Transformationsdesign

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Spitzer+2012+-+Digitale+Demenz

Digitale Demenz

Liebe Leserinnen und Leser!

Digital Natives, Generation Y, Generation Google – das ist die Zukunft, oder? Menschen, die im Netz zuhause sind, ihre Smartphones und Tablets begnadet und vor allem überaus sinnvoll nutzen, Meister des Microbloggings á la Twitter, multitaskingfähig qua Gnade der späten Geburt, Virtuosen der Informationssuche und Internetrecherche. Eine neue Generation Mensch. Optimiert für die Zukunft des Informationszeitalters, allen Älteren weit überlegen, die den Anschluss an die digitalen Welten und damit das moderne Leben insgesamt längst verpasst haben. Blödsinn. Anstelle der Verheißungen über den Zauber neuer digitaler Technologien und Medien präsentiert Manfred Spitzer vielmehr eine weitreichende Ernüchterung. Die unreflektierte Nutzung von Hard- und Software schadet uns, anstatt zu nutzen. Der einzige Gewinn findet auf den Konten der Produzenten statt. Und die leisten damit einen Beitrag zu einer armseligeren Welt und verhindern aktiv eine menschlichere Wirtschaft.

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Jackson+2011+-+Wohlstand

Wohlstand ohne Wachstum

Liebe Leserin, lieber Leser!

Schon seit Jahren wundere ich mich: Häufig und regelmäßig gibt’s Nachrichten zu unserem aktuellen Wirtschaftswachstum in Verbindung mit der Hoffnung auf Aufschwung oder der Angst vor einer Rezession. Da werden 1-2% in die eine oder andere Richtung zu einer weltbewegenden Sache. Die Sucht nach Wachstum ist derart stark, dass sogar eine Schrumpfung nicht mehr als solche benannt wird, sondern “Negativwachstum” getauft wurde – nur um weiterhin von Wachstum sprechen und berichten zu können (Vergleiche meinen Blogpost “Wirtschaftswachstumswahnsinn“, inclusive Umfrage).
Das vor dem Hintergrund, dass jeder Mensch mit einem Restanteil von Großhirnrinde doch kapieren sollte: 1_ Ein Subsystem (Wirtschaft) eines endlichen Systems (Unser Planet) kann nicht endlos wachsen (mein 5 jähriger Sohn kapiert dass, aber keine (neoliberalten) Ökonomen). 2_ Die entwickelten Länder sind fast vollständig gesättigt (weshalb Herr Winterkorn und seine Mannen China so sehr lieben). Die meisten Ökonomen kleben trotzdem weiterhin an der Mär “Ohne Wachstum kein Wohlstand” wie ein zappelnd zuckendes Insekt am Sonnentau. Das zu ändern und einen öffentlichen Diskurs loszutreten, ist das Ziel von Tim Jacksons Wohlstand ohne Wachstum.

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de Geus 1997 - Jenseits der Ökonomie

Jenseits der Ökonomie

Liebe Leserin, lieber Leser!

Mit dieser Buchbesprechung habe ich mich entschieden, ein 14 Jahre altes Buch hervorzukramen und es hier vorzustellen. Warum hole ich solche alten Kamellen aus dem Regal? Und dann auch noch welche, die es nur noch antiquarisch zu erstehen gibt? Ganz Einfach: Erstens hat der Autor, Arie de Geus, Ex-Shell Manager, mit dem Buch etwas getan, was bis heute Wellen schlägt, auch in meinem Buch “Feel it!“. Zweitens geht es mir schon länger auf den Keks, dass wir in unserer schnell lebigen Zeit immer nur das Neueste Produkt in den Fokus rücken (Stichwort iPhone) und Altes aber Bewährtes verramschen, verdrängen und vergessen. Ein ebensowenig intelligentes wie nachhaltiges Verhalten. Also werde ich fortan nicht nur die neuesten, druckfrischen Bücher empfehlen, sonder auch ältere Werke. Jetzt aber zu Arie de Geus – und was er so Besonderes mit diesem Buch geleistet hat:

de Geus 1997 - Jenseits der Ökonomie

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