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Jensen & Scheub 2014 - Glücksökonomie

Glücksökonomie

Liebe Leserinnen und Leser!

Oekom hat uns wieder bereichert. Von dem Münchner Nachhaltigkeitsverlag habe ich mittlerweile ja schon einige Bücher rezensiert (→”Befreiung vom Überfluss“, “Corporation 2020“, “Small is beautiful“). Jetzt ist es wieder soweit. Nach anfänglichem Zögern – der Titel war mir irgendwie suspekt – habe ich dann doch angefangen zu lesen und war schnell angetan. Was die beiden Publizistinnen Annette Jensen und Ute Scheub geleistet haben, ist beachtlich und sollte unbedingt eine breite Leserschaft finden. Das Buch bietet nicht nur eine reiche Fülle an Fakten über die Folgen von Kapitalismus und neoliberaler Wirtschaftstheorie, sondern vor allem zahlreiche inspirierende Beispiele, wie Glücksökonomie verwirklicht und im Alltag gelebt werden kann. Das lohnt einer genaueren Betrachtung:

Jensen & Scheub 2014 - Glücksökonomie

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Rettet die Wall Street

Liebe Leserinnen und Leser!

Das ist mal ein Titel, der mich hinterm Ofen hervorlockt. Ein Titel, der mich wirklich provoziert. Nichts liegt mir ferner als die Vorstellung, dass wir die Zocker brauchen. Die gehören für mich eher kollektiv entlassen und teilweise hinter Gitter. Gierhälse und Kriminelle wie Bernard L. Madoff fallen mir da ein, immerhin zu 150 Jahren Haft verurteilt. Und diese Zocker sollen wir brauchen? Wobei ich davon ausging, dass mit dem “wir” die meisten von uns gemeint sind, keine selbsternannte Finanzelite, keine Alt- und Neureichen, die zu dem immer reicher werdenden “one percent” gehören. “Wir” in diesem Sinne sollen also die Zocker brauchen und deshalb die Wall Street retten – mal sehen.

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Schumacher 2013 - Small is beautiful

Small is beautiful

Alleine der Titel ist schon ein subversiver Affront gegen die ökonomische Adipositas gingantea – zu deutsch: riesiger Wachstumswahn unserer Wirtschaft. Klein soll schön sein? Wie bitte? Sind doch die beliebtesten Arbeitgeber auch bei uns in Deutschland keine kleinen Unternehmen, sondern globale Konzerne mit bis zu mehreren hunderttausend Mitarbeitern wie BMW, Google, Audi, Bosch oder Siemens, um nur die Erstplazierten zu nennen. Die “Young Professionals” – herrlich dieses Business English, nicht wahr? – also die jungen Berufstätigen sind scharf auf Größe. Da gibt es kein Vertun. Schließlich kann man nur in einem großen Konzern richtig Karriere machen und weit aufsteigen, denn wenn die Hierarchieleiter nur drei Sprossen hat, dann kommt man nicht so besonders hoch hinaus. Außerdem ist doch absolut unbestritten, dass Größe unschlagbare Effizienzvorteile mit sich bringt. Wieso also sollte klein schön sein? Cave: Schumacher war ein brillanter Geist und er zerlegt genüsslich den Schwachsinn einer ewig wachsenden, größengeilen Wirtschaft. Wer scharf auf groß ist und es bleiben will, wer weiterhin unbekümmert seinen Kniefall vor den leuchtenden Zentralen der Konzerne machen will, sollte jetzt besser nicht weiterlesen.

Schumacher 2013 - Small is beautiful

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A bit Rich

Liebe Leserinnen und Leser!

Heute möchte ich kein käufliches Buch, sondern eine kostenfreie Studie vorstellen. Denn die bahnbrechende Untersuchung “A bit rich” eröffnet den Weg zu einer Arbeit, die dem Gemeinwohl dienlich ist, anstatt nur eigennutzenmaximierend den eigenen Kontostand in die Höhe zu treiben. Und sie zeigt den Weg hin zu einer branchenübergreifend gerechten Bezahlung, denn sie macht klar, wie wir langfristig zu einer intelligenten Vergleichsmöglichkeit verschiedener Arbeiten kommen könnten – wenn wir das wollen.

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Gleichehit Cover

Gleichheit ist Glück

Zur Einleitung eine kleine Quizfrage: Wer erreicht eher das 65. Lebensjahr? Männliche Schwarze in Harlem oder Männer die in Bangladesch leben? Kleine Hilfe: Bangladesch zählt mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von etwa 490 US Dollar im Jahr 2007 zu den ärmeren Ländern der Welt. Antwort: Die Einwohner Bangladeschs werden eher 65 als Harlems schwarze Männer. Und das, obwohl die USA 2007 im Vergleich mit Bangladesch ein rund 91faches BIP pro Kopf von 44.594 US Dollar erwirtschafteten.