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Lernen mit Emotion und Intuition

Liebe Leserin, lieber Leser!

Leben ist lernen: Wir lernen nicht nur in der Schule und in den Berufs- und Fachhochschulen oder Universitäten, sondern vor allem den Rest unseres Lebens. Zu Recht sprechen wir vom “lebenslangen Lernen“. Der Begriff stößt zwar auf die Kritik, dass Lernen wirtschaftlich ausgebeutet würde. Andererseits ist es nur allzu offensichtlich, dass sich die Welt derart schnell weiterentwickelt, dass lebenslanges Lernen nötig ist, um arbeitsfähig zu bleiben. Kaum jemand von uns will als Konsument mit alten Kamellen abgespeist werden. Darüber hinaus bedeutet lebenslanges Lernen viel mehr, als eine bittere Pille die wir schlucken müssen, um den Anschluss nicht zu verlieren.
Denn

  • erstens sind wir auch eigenverantwortlich dafür, uns freudvolle Jobs zu suchen, womit die bittere Pille zu einem eher süßen Bonbon wird. 
  • Zweitens hält es jung im Geiste, wenn wir Zeit unseres Lebens Lernende bleiben. Schließlich können wir uns auch in unseren Hobbies weiterentwickeln. 
  • Drittens ist eine lernende Grundhaltung grundsätzlich die Voraussetzung für Weiterentwicklung, egal ob beruflich oder privat. 
Und wenn wir nun soviel zu lernen haben, wäre es dann nicht gut, wenn wir das mit Freude machen und dabei unsere Emotionen und Intuition nutzen könnten? Genau dazu bietet das Buch von Claudia Härtl-Kasulke einen fundierten Ratgeber und Arbeitsbuch.
Die Autorin präsentiert in der Zusammenarbeit mit der Ko-Autorin Loreen Kellermann die Inhalte in den drei Teilen. Das Fundament ist der erste Teil, das das “Lernen aus vier Blickwinkeln”, nach dessen Lektüre der Leser eine deutlich erweiterte Perspektive hat, was Lernen eigentlich heißt. So wird Lernen als Ritual genauso thematisiert wie Lernen als Wirtschaftsfaktor und die Verbindung von Lernen und Kultur. Denn Lernen ist Kultur und braucht Kultur. Und das am besten als intergeneratives Lernen, denn schließlich gibt es einen Demografischen Wandel, der unser aller Leben noch verändern wird.
Im zweiten Teil steht die Praxis des Lernens im Vordergrund: Die “Grundkriterien für nachhaltiges Lernen”, zu denen Selbstbewusstsein, Motivation, Konzentration, Entspannung, Zeitmanagement, Wahrnehmung, Erfolgskontrolle und andere mehr gehören. Dieser zweite Teil ist vor allem ein Arbeitsbuch, der voll ist von Fragen und Aufgaben, die das eigene Lernen auf ein neues Niveau heben. So integriert die Autorin dankenswerterweise auch den Körper in den Lernprozess, um den Unterschied zwischen Spannung und Entspannung direkt spürbar zu machen.
Der dritte Teil wendet sich dann der “neuen Lernart” zu. Lernstrategien werden unter drei neuen Fokussierungen auf Lernen und Emotion, Lernen und Intuition und schließlich Lernen und Meditation neu beleuchtet. Das Lernen unter positiven emotionalen Bedingungen erfolgreicher läuft, als unter negativen ist ja schon eine Weile klar. Aber dass in unserem Kulturkreis auch die Intuition und Meditation mit einbezogen werden, ist ein Verdienst der Autorin und ihres Engagements für eine neue, nachhaltige Lernkultur.
Fazit: Das Buch ist für all diejenigen ein wertvoller Begleiter, die sich dem lebenslangen, selbstgesteuerten Lernen widmen wollen. Ein Arbeitsbuch und Ratgeber voll von Tipps, Einsichten und Aufgaben, die das eigene Lernen beschleunigen, intensivieren und nachhaltiger gestalten, als wenn man nur die üblichen, ausgetretenen Pfade entlang stapft. Und so war es mir eine Freude, einen kleinen Beitrag über Intuition und selbstgesteuertes Lernen beizutragen.
Herzliche Grüße
Andreas Zeuch
Härtl-Kasulke, C. (2011): Lernen mit Emotion und Intuition. Der freudvolle Weg zum effizienten Lernen. Breuer & Wartin. 240 Seiten, Paperback, 24,90€
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